Dr. med. Angela Birkhold

Fachärztin für Allgemeinmedizin
Fachärztin für Innere Medizin

Zusatzbezeichnung Palliativmedizin
Pirmasens · Neuffer am Park

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Verstopfung

Hausärztliche Tipps

Stuhlgangshäufigkeit zwischen 3 mal pro Tag bis zu 3 mal pro Woche gilt als normal. Erst bei weniger als 3 Stuhlgängen pro Woche spricht man von Verstopfung (Obstipation). Bei Verstopfung wird der Nahrungsbrei durch Wasserentzug stark eingedickt und der Stuhl wird hart. Durch das fehlende Volumen wird die Stuhlentleerung schwierig und es entsteht ein Völle- oder Druckgefühl im Unterbauch.                                                                   Oft liegt der Verstopfung keine ernsthafte Krankheit zugrunde. Häufig werden zu früh Abführmittel eingenommen. Durch deren Dauergebrauch verringert sich die Darmtätigkeit noch weiter, und es kann zu chronischen Darmerkrankungen kommen.                                                                                                                                            Bei den Abführmitteln sollten Präparate mit Quell- oder Füllstoffen als erstes angewendet werden. Auch osmotische Abführmittel oder Glycerinzäpfchen greifen nicht direkt in die natürliche Verdauung ein. Diese können auch häufiger oder über einen längeren Zeitraum genommen werden. Abführmittel mit anderen Wirkprinzipien sollten nur kurzfristig oder in Ausnahmefällen eingenommen werden, auch die pflanzlichen. 

Was Sie tun können

  • Faser- und ballaststoffreiche Ernährung. Viel trinken. Regelmäßige Bewegung.
  • Sauerkraut, Feigen und Trockenpflaumen wirken abführend.
  • Quell- und Füllstoffe (z.B. pflanzliche Flohsamenschalen, Weizenkleie, Leinsamen) nehmen Wasser auf und erhöhen das Füllvolumen des Darmes. Dadurch wird die Darmtätigkeit angeregt. Damit diese Präparate ausreichend aufquellen können, muss dazu viel getrunken werden. Die Wirkung setzt nach 2-3 Tagen ein.
  • Osmotische Abführmittel sind Salze oder Zuckeraustauschstoffe (z.B. Bittersalz, Glaubersalz, Milchzucker, Lactulose, Sorbitol), die Wasser im Darm binden. Sie werden als Pulver verwendet und die Wirkung setzt nach einigen Stunden ein. Auch hier muss ausreichend viel Flüssigkeit dazu getrunken werden. Milchzucker ist auch für Babys und Kleinkinder als Abführmittel geeignet.
  • Gleitmittel (z.B. Glycerin) als Zäpfchen oder Klystier machen den Stuhl weich und besser gleitfähig. Sie wirken sehr schnell und sind auch für Babys und Kleinkinder geeignet.
  • Außerdem gibt es pflanzliche (z.B. Rizinusöl, Sennesblätter, Rhabarber, Faulbaumrinde, Aloe) Abführmittel als Tabletten, Tropfen, Zäpfchen oder Tees, die den Wasser- und Salzhaushalt des Darms beeinflussen oder die Darmtätigkeit anders anregen. Die Wirkung setzt nach einigen Stunden ein.
Vorbeugung: Stuhlgang nicht unterdrücken. Zu gleichbleibenden Uhrzeiten ausreichen Zeit für den Stuhlgang nehmen. Ballaststoffreiche Ernährung, viel trinken (2-3 Liter). Viel Bewegung. Keine lang dauernde Abführmitteleinnahme.