Dr. med. Angela Birkhold

Fachärztin für Allgemeinmedizin
Fachärztin für Innere Medizin

Zusatzbezeichnung Palliativmedizin
Pirmasens · Neuffer am Park

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Gicht

Hausärztliche Tipps

Gicht ist eine erblich bedingte Stoffwechselstörung, bei der es zur Ablagerung von Harnsäurekristallen an verschiedenen Körperstellen, insbesondere in den Gelenken kommt. Betroffen sind zu 95 % Männer, meist im mittleren Lebensalter. Harnsäure entsteht im Körper beim Abbau von sog. Purinen (Purin = chemische Verbindung, die vor allem in Zellkernen enthalten ist). Purinreich sind Innereien, Fleisch, Hülsenfrüchte und Bier. Bei einem Harnsäurewert im Blut von über 7mg/dl spricht man von erhöhten Werten. Der Harnsäurespiegel ist medikamentös beeinflussbar, kann aber meistens schon durch entsprechende Ernährung wieder normalisiert werden. Die Gicht kann in Schüben von akuten Anfällen und / oder chronisch verlaufen.

Auslöser eines akuten Gichtanfalls sind Ereignisse, die zu einer Veränderung (Erhöhung oder Reduzierung) des Harnsäurespiegels führen wie z.B. ein Festessen, übermäßiger Alkoholkonsum, körperliche Anstrengung aber auch extremes Fasten. Meist nachts kommt es zu einer akuten Entzündung bevorzugt des Großzehengrundgelenkes,  seltener des Daumengrundgelenkes mit starken Schmerzen, Schwellung, Rötung und Erwärmung, evtl. Fieber.  Unbehandelt wiederholen und verschlimmern sich die Gichtanfälle meist unter Zunahme der Anzahl der betroffenen Gelenke (Knöchel, Knie, Fingergelenke, Handgelenk und Ellenbogen). Über Jahre hinweg bilden sich an verschiedenen Körperstellen Ablagerungen von Harnsäurekristallen, die zu Knochenzerstörung, Gichtknoten und Gelenkveränderungen führen können. Außerdem können sich harnsäurehaltige Nierensteine bilden.

Was Sie tun können

  • Purinarme Diät durchführen. Reduzieren Sie den Genuss von Innereien, Fleisch, Meeresfrüchten, Hülsenfrüchten und Bier. Entfernen Sie bei gebratenem Fisch und Geflügelgerichten immer die Haut.
  • Verzichten Sie auf Alkohol.
  • Viel trinken. Mindestens 2 Liter täglich, um Nierenablagerungen vorzubeugen.
  • Übergewicht reduzieren. Aber nicht mit Radikalkuren, denn extremes Fasten kann Gichtanfälle auslösen.
  • Beim akuten Gichtanfall das betroffene Gelenk ruhigstellen und kühlen.
  • Bei Verdacht auf Gicht, sowie bei  jedem akuten Gichtanfall müssen Sie zum Arzt.
  • Wenn in Ihrer Familie Gicht bekannt ist, sollten Sie Ihren Harnsäurespiegel kontrollieren lassen, um einer möglichen Erkrankung vorzubeugen.
  • Beim akuten Gichtanfall helfen spezielle Gichtmittel, Schmerzmittel oder entzündungshemmende Präparate.
  • Wenn Diät und Gewichtsreduktion nicht helfen, gibt es Medikamente, die die Bildung von Harnsäure im Organismus hemmen oder die Ausscheidung von Harnsäure fördern.